Vorwort zur DSGVO

Vorwort: Mehr Respekt vor dem Ehrenamt, bitte:

Wir sind gemäß der neuen EU-DatenschutzVerordnung verpflichtet, spätestens ab 25. Mai 2018 die nachfolgende Datenschutzerklärung auf unserer Homepage einzustellen.

Vorab möchten wir aber allen Politikern unser Missfallen ausdrücken, die sich das haben einfallen lassen, die das mitgetragen und die das nicht verhindert haben! Dieser Aufwand ist vor dem Hintergrund einzelner Ereignisse für Datengiganten wie Google pp, oder ein Unternehmen mit vielen Mitarbeitern oder Kunden noch nachvollziehbar, für Ehrenamtler in kleinen Ortsvereinen aber eine weitere unnötige Zumutung:
Ausnahmslos alle Vorstandsmitglieder in unserem Verein sind Ehrenamtler. Wir setzen uns in unserer Freizeit dafür ein, dass Menschen - Kinder und Erwachsene - aus unserem Ort entsprechend unserem Vereinszweck Sport treiben und Spaß haben können!
Mehr und mehr machen staatliche Vorschriften aus dem Steuerbereich, aus der allgemeinen Verwaltung und jetzt auch aus der Datenschutz-Ecke uns das Leben schwer und binden Kapazitäten, die wir bei der eigentlichen Vereinsarbeit dann nicht mehr haben. Zudem schrecken sie Vereinsmitglieder ab, ehrenamtlich tätig zu werden. Leider konnten offensichtlich auch Verbände aus dem Land oder Bund - falls sie überhaupt gefragt worden sind - die kleinen Vereinen vor diesen Sorgen nicht grundsätzlich schützen.

Ein Sachbearbeiter des Landessportverbands (LSVS) berät uns nach bestem Wissen und Gewissen, kann uns aber genauso wenig eine Muster-Datenschutzerklärung zur Verfügung stellen wie der von uns mehrfach dazu befragte Sachbearbeiter beim Datenschutz-Zentrum, so dass wir Ehrenamtliche - aus welchem Beruf wir auch kommen - bei der Ausformulierung mehr oder weniger auf uns selbst angewiesen sind. Und dabei natürlich Risiken eingehen müssen. Ansonsten müssten wir das ohnehin kaum mehr ausreichende Geld unserer Mitglieder in die Hand, um einen Anwalt für diese Angelegenheit zu bezahlen.

Die DatenschutzVerordnung ist ein komplexes administratives Monstrum, das uns mit Gewalt übergestülpt wurde, und das unsere Zeit frisst, die wir gerne für unsere Mitglieder eingesetzt hätten.

Nach unserer Einschätzung wurde das von Juristen für Juristen entworfen und in Deutschland von Politikern ohne weitere Differenzierung für weltweit datenverarbeitende Operateure wie Google, für größere und kleinere Unternehmen jeder Art - aber auch für Vereine standardmäßig umgesetzt. Dabei hätte nach unserer Überzeugung durchaus die Möglichkeit (vor allem aber auch die Notwendigkeit!) bestanden, für Vereine handhabbare Tatbestände zu formulieren, die sowohl das Rechtsrisiko mindern als auch weniger Arbeitszeit zu binden!
Die Politiker, die dieser Regelung ihre Stimme gegeben haben, können jedenfalls nicht behaupten, sie hätten sich fürs Ehrenamt eingesetzt ! Wir haben deshalb in den vergangenen Wochen Repräsentanten von Politik und Sport schriftlich vollumfänglich über die von uns empfundenen Belastungen fürs Ehrenamt informiert, in der Hoffnung, dass man dort zeitnah reagiert. Das Schreiben, das aus unserer Sicht einen guten Überblick über die (unnötigen) Belastungen fürs Ehrenamt im Vereinsvorstand gibt, bieten wir für Interessierte im PDF-Format hier zum Herunterladen an:

DSGVO Probleme Ehrenamt (PDF download)

Vielleicht folgen ja andere Vereine unserem Weg, übernehmen das Schreiben oder die darin enthaltene Argumentation und machen ihre Probleme öffentlich.

Wir sind jedenfalls sicher: das wäre auch einfacher gegangen, zumal die Datenverarbeitung in Vereinenr die satzungsmäßigen Zwecke ohnehin erlaubt ist. Aber das hätte man wollen müssen

Ehrenamtler in den Vereinen verbinden die Menschen in und aus den Vereinen. Ungeachtet staatlicher Vorschriften ist eine Mentalitätsentwicklung feststellbar, die die Bereitschaft zum Vereinsengagement verringert hat. Gleichzeitig reduzieren die Kommunen sukzessive ihre personelle und finanzielle Unterstützung für Vereine. Der soziale Gedanke, der hinter jedem Verein steht, wird so mit Füßen getreten.
Wenn Vereine ausfallen, wird der Staat schauen (müssen) ob und wie er die Lücke füllen (kann).

Nun aber die gesetzlich vorgeschriebene Datenschutzerklärung. Die liest sich für den einen oder anderen sicher besser als unser Vorspann…:

 

Datenschutzerklärung